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People | 04.07.2021

THE FUTURE IS FEMALE

In der langen Geschichte des Motorsports sind weibliche Fahrerinnen nach wie vor weit unterrepräsentiert. Ein Grund mehr die "W Series" vor den Vorhang zu holen: der Formel 3 Damenbewerb mischt seit 2019 bei den ganz großen Events mit und ist - nicht zuletzt dank Top-Pilotinnen und intensiver Nachwuchsförderung - auf dem besten Weg, ein größeres Publikum zu erreichen. Wir verraten euch, welche Rennfahrerinnen ihr euch unbedingt merken solltet:

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Champion: Die Britin Jamie Chadwick beweist, wie viel Potenzial Rennfahrerinnen haben. © James Moy / PA / picturedesk.com

PS, POWER & POTENZIAL

Selbst, wenn Motorsport nicht im persönlichen Interessensfeld liegt: den ein oder anderen Namen von Formel 1 Rennfahrern kann jeder und jede aus dem Ärmel schütteln, ohne lange nachzudenken. Eventuell sogar von Persönlichkeiten aus der Formel E, der MotoGP oder der Formel 3. Bei weiblichen Fahrerinnen wird es aber schon schwierig. Weibliche Rennfahrerinnen? Ja! Bereits im Jahr 1958 ging mit Maria Teresa de Filippis die erste Frau in einem Formel 1 Bewerb an den Start und belegte den 10. Platz beim Grand Prix in Belgien - genau in jenem Jahr, in dem Frauen erstmals ohne Erlaubnis ihres Ehemannes den Führerschein machen durften. Bis in die 90er Jahre versuchten eine Handvoll Pilotinnen sich in der Formel 1 durchzusetzen, scheiterten aber zumeist. Bis heute bleibt der Sport männerdominiert. Und das, obwohl die FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) als internationaler Dachverband des Motorsports bereits seit 2009 mit der "Kommission Frauen im Motorsport" aktiv Rennfahrerinnen fördert.

Erst seit 2017 scheint sich diese Entwicklung positiv zu beschleunigen und mittlerweile kann der internationale Motorsport eine Reihe an Top-Fahrerinnen vorweisen. Die heute 20-Jährige Deutsche Sophia Flörsch ist mittlerweile ein Star in der männerdominierten Branche: Sie stand im Jahr 2017 als erste Frau bei einem Formel-4 Rennen auf dem Podest, und ging zwischen 2018 und 2020 als einzige Frau bei Formel-3 Meisterschaften an den Start. Im Juni 2021 debütierte Flörsch in ihrem Audi R8 für das ABT Team bei der DTM Rennserie, der wohl wichtigsten im deutschen Mototsport, in welcher sie sich noch bis Oktober mit 17 weiteren Fahrern und einer Fahrerin messen wird.

W SERIES

2019 wurde ein weiterer Meilenstein gelegt als der British Racing and Sports Car Club begann, die W Series auszutragen - eine Formel 3 Serie, ausschließlich für Rennfahrerinnen. Eine Entwicklung, die keineswegs von allen Rennsport-Profis unterstützt wurde: Insbesondere Sophia Flörsch gab klar zu bedenken, dass eine solche Rennserie Männer und Frauen im Sport nur weiter trennen könnte, anstatt sie gemeinsam an den Start gehen zu lassen, und somit das Ziel verfehlen würde. Nichtsdestotrotz tragen die W Series jedenfalls dazu bei, dass weibliche Pilotinnen, ihre Fähigkeiten und besonders das große Potenzial des Nachwuchses stärker ins Rampenlicht gerückt werden.

Das Publikum des Grand Prix von Österreich konnte sich vergangenes Wochenende selbst von diesem Potenzial überzeugen: Am Samstag, den 03. Juli wurde am Red Bull Ring in Spielberg das zweite Rennen der diesjährigen W Series Saison ausgetragen - das erste fand bereits am 26. Juni im Rahmen des Grand Prix der Steiermark statt und das letzte wird am 30. Oktober in Mexiko über die Bühne gehen.  Die 23-jährige Britin Jamie Chadwick glänzte als schnellste Fahrerin, legte einen fulminanten Start-Ziel-Sieg hin und ließ Landsfrau Alice Powell, die das erste Rennen für sich entscheiden konnte, auf Platz 8 weit hinter sich. Auf das Podium schafften es zudem die 18-jährige Russin Irina Sidorkova und die 31-jährige Finnin Emma Kimiläinen.

Die Formel 3 gilt europaweit als Vorstufe zur Königsklasse der Formel 1, wer aufsteigen will, muss sich diese Chance in Form einer "Superlizenz" verdienen - unter anderem durch entsprechende Punkte. Seit 2020 werden nun auch in der W Series Superlizenz-Punkt vergeben, womit der Traum der Formel 1 für viele Pilotinnen greifbarer wird. Wir bleiben gespannt und wünschen alles Gute!

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Start-Ziel-Sieg: Jamie Chadwick am Red Bull Ring. © ANDREJ ISAKOVIC / AFP / picturedesk.com

AM SPIELBERG PODIUM:

JAMIE CHADWICK, IRINA SIDORKOVA & EMMA KIMILÄINEN

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