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People | 30.09.2019

Vorsorge & Solidarität

Seit mehr als 20 Jahren stellt sich Doris Kiefhaber dem Kampf gegen Krebs. Mit einer neuen Kampagne möchte die engagierte Krebshilfe-Geschäftsführerin nun das Thema Unterleibskrebs verstärkt ins Bewusstsein rücken.

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KLÄR DICH AUF! Doris Kiefhaber empfiehlt die kostenlose Krebshilfe-Broschüre „Gynäkologische Krebserkrankungen“ © Stefan Joham

"Untenrum" im Mittelpunkt: Mit der Etablierung eines „Welttages der gynäkologischen Onkologie“ (20. September), der durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Europäische Parlament unterstützt wird, bekommt das Thema „Unterleibskrebs“ endlich jene Aufmerksamkeit, die ihm zukommt. Erkranken doch jährlich rund 2.000 Frauen in Österreich an Unterleibskrebs. Die Österreichische Krebshilfe und Österreichs GynäkologInnen starten deshalb eine neue Kampagne für mehr Bewusstsein, Früherkennung und Solidarität. Doris Kiefhaber erklärt im look!-Talk die Facts.

look: Braucht es wirklich einen Welttag und ein Symbol für mehr Bewusstsein für eine Krebserkrankung?

Wir haben von „Pink Ribbon“ und dem 1. Oktober (Internationaler Brustkrebstag) gelernt, dass wir mehr öffentliches Interesse und damit Aufmerksamkeit für unsere Botschaften erzeugen können, wenn wir Symbole einsetzen und Aktionen rund um einen bestimmten Tag organisieren.

Was genau ist Ihre Botschaft an Österreichs Frauen?

Dass es nicht EINEN Unterleibskrebs gibt, sondern der Begriff für viele verschiedene steht – Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Scheidenkrebs, Schamlippenkrebs etc. – und dass die Vorsorge und Früherkennung wichtig sind.

Welche gynäkologische Vorsorge­ untersuchung wird empfohlen?

Derzeit wird jeder Frau ab 20 der jährliche Krebsabstrich empfohlen (zur Früherkennung von Gebärmutterrhalskrebs). Frauen ab dem 30. Lebensjahr wird zumindest alle drei Jahre ein HPV-Test empfohlen. Dies gilt für HPV-geimpfte und nicht HPV-geimpfte Frauen. Dabei soll aber eine Doppel-Testung (HPV-Test und gleichzeitiger Krebsabstrich) vermieden werden. Viele Frauen glauben, dass der Krebsabstrich auch Eierstockkrebs entdecken würde. Das ist nicht so. Es gibt leider noch keine geeignete Früherkennung für Eierstockkrebs. Hier ist es wichtig zu wissen, ob es in der Familie gehäuft Brustkrebs- und/oder Eierstockkrebs gibt.

Was können Frauen tun, die an Unterleibskrebs erkrankt sind?

Betroffene Frauen können sich jederzeit an die Krebshilfe in ganz Österreich wenden, mit allen Fragen, Ängsten und Sorgen. Wir haben auch gemeinsam mit Österreichs GynäkologInnen die geschlossene Facebook-Gruppe „Unterleibskrebs Österreich“ gegründet, in der betroffene Frauen Erfahrungen austauschen können, Fragen stellen und von uns „aufgefangen“ werden, wenn sie Hilfe brauchen. Die Gruppe ist nur für Patientinnen und Krebshilfe-Beraterinnen. ÄrztInnen der AGO – der Arbeitsgruppe Gynäkologische Onkologie – stehen beratend und ehrenamtlich zur Seite.