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People | 15.10.2018

,,Weiber“-­Wirtschaft

Wiener Chefinnen. Gemeinsam mit „Frau in der Wirtschaft“ holt look! die Unternehmerinnen der Hauptstadt vor den Vorhang. Warum das so wichtig ist, erklärt Martina Denich-Kobula.

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VORSITZ. Die Immobilien-­Fachfrau Martina Denich-Kobula ist Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ der WKW. © beigestellt

,,Wir wollen einen wesentlichen Beitrag für die vielen tollen Wiener Chefinnen leisten.", Uschi Pöttler-Fellner.

Die Zahlen belegen es deutlich: Knapp 50.000 Mitglieder umfasst „Frau in der Wirtschaft“ (FiW)der Wirtschaftskammer Wien. „Und die Tendenz ist stetig steigend“, unterstreicht die Vorsitzende von FiW, Martina ­Denich-Kobula. Egal, ob als Chefinnen kleiner, mittlerer oder großer Betriebe: Die Frauen der Bundeshauptstadt bestimmen schon lang das ökonomische Geschehen, schaffen Arbeitsplätze, sor­gen für beste Dienstleistung und machen Wien somit zu dem, was es ist: die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität.

Think global, buy local. Gemeinsam mit „Frau in der Wirtschaft“ der Wirtschaftskammer Wien möchte look! diese Wiener Chefinnen nun sichtbar machen, sie vor den Vorhang holen. Warum das gerade jetzt wichtig ist und wo genau es wesentlichen Aufholbedarf in unternehmerischen Belangen gibt, erklärt eine, die es ganz genau weiß: FiW-Vorsitzende Martina Denich-Kobula.

look: Sie haben gemeinsam mit Herausgeberin Uschi Pöttler-Fellner die „Wiener Chefinnen“ entwickelt, um die Leistungen von Unternehmerinnen sichtbarer zu machen. Von wie vielen Frauen sprechen wir in Wien?

Martina Denich-Kobula: Aktuell hat „Frau in der Wirtschaft“ Wien fast 50.000 Mitglieder und die Tendenz ist steigend.


Warum gründen so viele Frauen in Wien ein Unternehmen?

Die Stadt Wien hat die besten Voraussetzungen, um als Selbstständige(r) Fuß zu fassen. Wien ist modern, gut angebunden und in einer Stadt ist es eben einfacher, sich ein Netzwerk aufzubauen. Egal ob Frau oder Mann, in Wien lässt sich’s leben und arbeiten.


Auf welche Branchen verteilen sich die Unternehmerinnen?

Die meisten Frauen sind mit Abstand in der Branche „Gewerbe und Handwerk“ tätig. Viele Selbstständige finden sich auch im Handel und in der Beratung. In den Bereichen Tourismus, Transport und Verkehr und Industrie ist der Frauenanteil im Vergleich zu den anderen Branchen eher gering.


Bei den unselbstständig Erwerbs­tätigen gibt es ein starkes Einkommensgefälle zu Ungunsten der Frauen. Ist das bei den Selbstständigen ebenfalls so?

Da jede(r) Selbstständige für sich selbst sorgt und für sein / ihr eigenes Einkommen verantwortlich ist, ist dies nicht eindeutig mit unselbstständig Tätigen zu vergleichen. Im Unternehmertum zählen schlussendlich die Leistung und der Einsatz, nicht das Geschlecht.

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FRAUEN-INITITIVE. Fast 50.000 Mitglieder zählt Martina Denich-Kobula zu „Frau in der Wirtschaft“. „Die wollen wir sichtbar machen.“ © beigestellt

Das Motto heuer beim Tag der „Frau in der Wirtschaft“ lautete „Nicht gefallen, sondern bewegen“. Ist das Harmoniebedürfnis von Frauen in Ihrer Wahrnehmung tatsächlich so groß?


Ich glaube, dass wir Frauen immer noch diejenigen sind, die meistens versuchen, einen Konsens zu finden – in der Wirtschaft ist es aber oft nötig, auch Ecken und Kanten zu zeigen, um wahrgenommen zu werden. Wir wollen den Frauen Mut machen, die Dinge beim Namen zu nennen, auch wenn das eben manchmal zum Nichtgefallen führt. Scheitern muss endlich erlaubt sein und genau da wollen wir ansetzen. Hinfallen ist keine Schande, wer aufsteht und weitergeht, ist erfahrener und stärker und kann neue Dinge besser angehen!


Welche politischen Hebel braucht es, um Unternehmerinnen zu stärken?

Gerade die Politik muss eine Vorreiterrolle spielen – wir sind 52 % Österreicherinnen und daher stehen uns mindestens 50 % aller politischen Ämter, aller Funktionen, GF, Aufsichtsratsposten … zu! Die Herausforderungen in der Wirtschaft sind für Frau und Mann gleich – wir als FiW können sie uns nur von einer weiblichen Seite ansehen.


Sie sind selbst Immobilienmaklerin, eine Branche, bei der man einen langen Atem benötigt – aber mit hohen Erfolgsprämien. Wie ausgeglichen sind hier die Geschlechter verteilt?

In der Immobilienbranche sind vor allem bei den Wohnungsmaklern mindestens die Hälfte Frauen. Da Wohnungskauf immer eine emotionale Entscheidung ist, beherrschen wir 

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Look! Business Awards. Uschi Pöttler-Fellner und Martina Denich-Kobula im Kreis hochkarätiger Business-Ladys. © Stefan Diesner

,,Wir sind 52% Österreicherinnen, daher stehen uns 50% aller politischen Ämter zu.", Martina Denich-Kobula.