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People | 04.04.2018

Weil du nur ein Leben hast...

Einblicke. In ihrer neuen Autobiografie schreibt Maria Shriver über die schwere Zeit nach der Trennung von Arnold Schwarzenegger und gibt praktische Lebenshilfe-Tipps. Hier die besten Passagen.

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Höhen & Tiefen. Ungewohnt offen und ehrlich berichtet Maria Shriver (62) in ihrer Biografie „I’ve Been Thinking“ über die Schmerzen der Trennung von Arnold Schwarzenegger. © Getty Images

Die Trennung vor fast sieben Jahren sorgte für weltweite Schlagzeilen. Die Gründe dafür – Arnold Schwarzenegger hatte seine Frau Maria Shriver betrogen und fast zeitgleich mit dem ehelichen Sohn einen unehelichen mit der Haushälterin gezeugt – waren schwerwiegend. Bis heute sind die Eltern von vier gemeinsamen Kindern nicht geschieden (es geht um die Aufteilung des 400-Millionen-Dollar-Vermögens der beiden) und haben über die Jahre wieder ein freundschaftliches Verhältnis zueinander aufgebaut. Über die Zeit der Trennung, über den Schmerz und die Einsamkeit berichtet Maria Shriver nun in ihrer gerade veröffentlichten Autobiografie „I’ve Been Thinking“. Ungewöhnlich offen gesteht die sonst so taffe Journalistin Momente größter Schwäche und Verzweiflung nach dem Ehe-Aus. Shriver geht sogar noch einen Schritt weiter und erzählt, dass eine Therapie ihr schließlich geholfen habe, mit der seelischen Belastung umzugehen. „Ich dachte immer, eine Therapie sei für psychisch kranke Menschen, die entweder einen Elternteil oder ein Kind verloren haben oder suizidgefährdet sind. Ich lag falsch. Ich habe von einer Therapie profitiert. Es hat mir extrem geholfen, die turbulenten Zeiten in meinem Leben zu überstehen, bewusster zu leben, zu verzeihen und ein besserer Mensch zu sein.“ Wir haben ein paar der besten Passagen aus Shrivers Memoiren, die auch Lebensratgeber sind, für Sie zusammengefasst.

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Power-Paar. 25 Jahre galten Shriver und Schwarzenegger als Dream-Team – bis zum großen Split 2011. © picturedesk.com

Über Motivation

Meine Hoffnung ist, dass diese Worte Ihnen helfen werden, Ihren eigenen Weg zu einem bedeutsamen Leben zu finden. Ich hoffe, dass diese Gedanken Sie inspirieren, zum Nachdenken und Reflektieren bringen. Dieses Buch hat einen Zweck: Es soll zum Nachdenken anleiten. Was macht für dich ein bedeutsames Leben aus? Nur für dich. Weil es dich nur ein Mal gibt und du nur ein Leben hast.

Über Macht

Wenn wir über Frauen sprechen, fokussieren wir uns immer auf jene, die sich politisch engagieren, Frauen als CEOs und auf Magazincovern. Ich will meine Aufmerksamkeit auch auf jene Frauen richten, deren Macht von innen kommt – nicht von materiellen Dingen wie Kleidung und Autos. Schwester Joan half mir, meine Meinung zu ändern. Macht kommt von Werten und dem Glauben.


Über Selbstwert

Zu glauben, sich etwas „verdient zu haben“, wenn andere so wenig haben, fühlt sich so arrogant und egoistisch an. Aber mit der Zeit habe ich verstanden, dass es nicht schlimm ist, sich einzugestehen, etwas „verdient zu haben“.

,,Ich habe es mir verdient, zu lieben und geliebt zu werden. Ich habe das Recht, wieder zu träumen."

Über Vergangenheit und Zukunft

Ich gehe einen Schritt zurück. Nur so kann ich nach vorne blicken. Sicher und mit dem Wissen, dass ich geliebt werde von den Frauen und Männern, Jungs und Mädchen, die meine Familie ausmachen. Familie ist das Wichtigste! Jeden Sommer habe ich meine Eltern in Cape Cod besucht. Nachdem sie nun verstorben sind, gehe ich trotzdem dorthin. Ich will die Verbindung zu meiner Familie bewahren. Ich will, dass meine Kinder ihre Cousinen und Cousins kennen und den Wert der ­Familie verstehen.

Über Selbsterkenntnis


Jene, die mich kennen, würden sagen, dass ich schon immer unabhängig war. Als einziges Mädchen in meiner Familie beschritt ich meinen eigenen Weg. Eines Tages sagte ich zu meinem Bruder: „Ich fühle mich alleine. Ich wünschte mir, ich hätte Hilfe.“ Er erwiderte: „Maria, schau dich um, du hast so viel Hilfe um dich herum.“

 



Über das Loslassen

Ich kam nach Hause, nachdem ich meinem Sohn Christopher beim Umzug ins Studentenheim geholfen hatte. Schweres Herzens – und ich möchte nicht lügen – überkamen mich die Angst und Furcht, wie ich es nun allein nach vorne schaffen sollte.

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Familien-Clan. Maria Shriver mit ihren vier Kindern Katherine, Christina, Patrick und Christopher (von links nach rechts). © Getty Images

Über ihre Therapie

Therapie ist keine Zeitverschwendung. Sie kann Freundschaften, Ehen und Ihr Leben retten. Wenn Sie heiraten und sich danach scheiden lassen, lassen Sie sich von niemandem sagen, dass Sie versagt haben, und reden Sie es sich selber nicht ein.

Über Ihre Psyche

Ich habe mit einem Freund geredet, der meinte: „ Weißt du, jeder von uns, auch du, hat psychische Probleme.“ Zuerst war ich sehr überrascht von seiner Aussage. Aber ich begriff, dass er recht hatte. Ich wuchs in einer Familie auf, wo vieles öffentlich war. Ich musste viele traumatische Ereignisse erdulden, doch darüber gesprochen wurde nicht. Wir alle haben mit psychischen Belastungen zu kämpfen, all das macht uns menschlich. Wenn Ihnen das nächste Mal jemand sagt, dass sie oder er eine Beratungsstelle aufsucht, sei es wegen eines Verlustes, einer gescheiterten Ehe oder was auch immer: Bitte versuchen Sie, es zu verstehen.

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Maria Shrivers Memoiren Lebensweisheiten. In ihrer Autobiografie „I’ve Been Thinking“ schreibt Shriver über Trennung, Scheidung, Therapie und Neubeginn. Erschienen: 27. 2. 2018, Verlag: Penguin Random House. © Penguin Random House
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