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People | 16.05.2019

Weniger reden, mehr tun!

Klimaschutz. Monika Langthaler ist Direktorin des „R20 Austrian World Summit“, der am 28. Mai in der Wiener Hofburg stattfindet. ­Tausende werden danach auf dem Heldenplatz zu den Reden von Arnold Schwarzenegger & Greta Thunberg erwartet. Langthaler im Interview.

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"Greta Thunberg ist ein riesiger Glücksfall für die Klimadebatte." - Monika Langthaler. © Stephan Rökl

Umweltfragen standen schon immer im Fokus ihres Interesses. Neun Jahre lang war Monika Langthaler-Rosenberg, 53, Mitglied des österreichischen Nationalrats und Sprecherin der Grünen. Jetzt arbeitet sie für den Klimaschutz eng mit Arnold Schwarzenegger zusammen.

Nach seiner Polit-Karriere als Gouverneur von Kalifornien gründete Schwarzenegger 2011 die ­internationale Klimaschutz-Initiative „R20“ (Regions of Climate Action), seit sieben Jahren ist Langthaler für deren Aktivitäten in Europa verantwortlich und Direktorin von „R20 Austria & EU“.

Gleichzeitig organisiert sie bereits zum dritten Mal den Klimaschutz-Gipfel „R20 Austrian World Summit“ in der Wiener Hofburg, der unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen steht: Am 28. Mai werden neben Initiator Arnold Schwarzenegger wieder Staatspräsidenten, Premierminister, Bürgermeister und Entscheidungsträger der ­Finanzindustrie aus der ganzen Welt erwartet – und die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die global junge Menschen in Sachen Klimaschutz mobilisiert. look! bat Monika Langthaler, Chefin des „R20 Austrian World Summit“, zum Interview über Tätigkeiten und Ziele der Klimainitiative sowie den Gipfel am 28. Mai.

 

Wie kam’s dazu, dass Arnold Schwarzenegger R20 gegründet hat?

Monika Langthaler: Während seiner Zeit als Politiker hat er erkannt, dass jede Region viel für die Umwelt, für den Klimaschutz, tun kann. Man muss nicht darauf warten, dass die Regierung tätig wird. Wir müssen schneller handeln.  Schwarzenegger hat das als Gouverneur vorgemacht und Klimaschwerpunkte gesetzt, die jetzt ihre positiven Auswirkungen in Kalifornien zeigen. Er hat etwa Emissionsobergrenzen festgesetzt und damit für heftige Aufregung bei der  Autoindustrie gesorgt. Tatsächlich wurde Kalifornien aufgrund Schwarzeneggers Entscheidung Vorreiter bei allem, was E-Mobilität betrifft.

 

Wie erleben Sie Arnold Schwarzen­egger in der Zusammenarbeit?

Seine Devise ist „Less talk – more ­action!“. Er ist sehr fokussiert, will möglichst viele Menschen für den aktiven Klimaschutz begeistern. Er will mehr Bewusstsein schaffen – für das Problem, aber auch für schnelles Handeln. Und er will konkrete Lösungen aufzeigen.

 

Was leistet „R20“?

Wir holen Klimaschutzprojekte von Regionen aus der ganzen Welt vor den Vorhang. Das können Null-Energie-Häuser sein oder neue Aufbereitungsmöglichkeiten von Nutzwasser. Diese präsentieren wir im Rahmen des „R20 Austrian World Summit“. Nach dem Motto: Schaut, was alles möglich ist! Und natürlich sehen wir uns auch als Plattform zum Vernetzen: Lösungsbeispiele können von anderen Regionen aufgegriffen werden. Gleichzeitig erhöhen wir damit den Druck auf die Politik. Und wir schaffen Bewusstsein dafür, dass es Lösungen für das Klimaproblem gibt.

 

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Gemeinsame Sache. „Less talk – more action!“ ist die Devise von „R20“-Gründer Arnold Schwarzenegger. Monika Langthaler ist die Direktorin dieser Klimaschutz-Initiative für Europa und organisiert auch den „R20 Austrian World Summit“. © picturedesk.com

Müsste es nicht drastische Maßnahmen von Regierungen geben, um einen Klimakollaps abzuwenden?  

Es gibt ja das Pariser Klimaabkommen und andere sehr ambitionierte Ziele. Auch die EU will – auf dem Papier jedenfalls –, dass die europäische Wirtschaft bis 2050 ohne fossile Energie funktionieren muss. Und das bedeutet massive Veränderungen. Aber wie immer bei einem großen Transformationsprozess wird es Gewinner geben, aber auch Menschen, die nicht vor Freude in die Hände klatschen.

 

Das heißt, jeder Einzelne muss mit gravierenden Einschnitten rechnen?

Die Frage ist: Trifft es mich gravierend, wenn ich anstelle eines benzinbetriebenen Autos mit einem Elektroauto fahre? – Wir wollen keine Angst machen. Wir wollen zeigen, dass man mit den Änderungen, die auf uns zukommen, gut leben kann: Es ist gesund, nicht jeden Tag Fleisch zu essen, und es ist kein Verzicht, nicht mit einem riesigen benzinbetriebenen Brummer durch die Stadt zu fahren.Im Vorjahr war die norwegische Premierministerin in Wien beim „R20 AWS“, sie hat ganz klar gesagt, dass es in ihrer Heimat ab 2025 definitiv keine Neuzulassungen diesel- und benzinbetriebener Autos geben wird.

 

Sie klingen optimistisch. Greta Thunberg entwirft ganz andere Szenarien. Sie spricht davon, dass 2030 eine Kettenreaktion von Katastrophen beginnen wird, wenn wir nicht sofort radikale Maßnahmen zum Klimaschutz setzen.

Greta Thunberg ist für die Klimadebatte ein Glücksfall. Sie mobilisiert ihre Generation und macht unserer Druck. Und es ist unsere Aufgabe, das Mach­bare umzusetzen. Wir haben sie von Anfang an unterstützt und Arnold Schwarzenegger hat sie nach Wien eingeladen. Sie wird auch beim „R20 Austrian World Summit“ den Entscheidungsträgern so ins Gewissen reden, dass diese das als Anstoß für Aktivitäten nehmen.

 

Gibt es Neuerungen beim diesjährigen „R20 Austrian World Summit“?

Nach der Konferenz in der Hofburg gibt es ab 15 Uhr auf dem Heldenplatz einen #ClimateKirtag für Tausende Menschen, mit Ausstellungsständen, Musik und Live-Auftritten unserer Climate Action Heroes wie Arnold Schwarzenegger und Greta Thunberg. Das wird ein richtiges Klimafestival!

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© picturedesk.com

Greta live auf dem Heldenplatz

Climate Kirtag. Im Anschluss an den „R20 Austrian World Summit“ am 28. Mai in der Wiener Hofburg gibt es ab 15 Uhr auf dem Heldenplatz einen #ClimateKirtag – ein Green Event mit Ausstellungsständen, Gastronomie und Musik (u. a. sind Conchita und Pizzera & Jaus dabei). Um 17 Uhr live auf der Bühne: Arnold Schwarzenegger und Klima-Aktivistin GretaThunberg.

Mehr Infos unter www.austrianworldsummit.com