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People | 21.06.2021

„Wenn man gründet sollte es sich wie Verliebtsein anfühlen!“

Bild RosaliesBlumen_KatharinaÜbel.jpg
© Bernhard Köck

Katharina Uebel von Rosalies Blumen sprach mit uns über Frauen in der Selbstständigkeit, wie sie die Corona-Krise bis jetzt erlebt hat und wieso sie jedem raten würde, sich selbstständig zu machen.

look!: Du hast dich selbstständig gemacht mit Blumen, kommst aber eigentlich aus einem ganz anderen Bereich, nämlich aus dem Journalismus/Pressebereich. Wie kam es du dieser Veränderung?

Katharina Uebel: Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und das Unternehmertum wurde mir von Kinderschuhen an immer vorgelebt. Das heißt, die Idee (Wunsch?) war eigentlich immer schon irgendwo bei mir im Hinterkopf verankert, irgendwann mal ein eigenes Unternehmen zu gründen. Ich habe allerdings erstmal Alte Geschichte und Altertumskunde studiert, dann am Wifi ein Management-College gemacht und auch BWL studiert. Zwischendurch habe ich immer wieder Praktika in verschiedenen Branchen gemacht und bin schlussendlich dann im Pressebereich gelandet.

 

look!: Vom Altertumskunde-Studium zur Pressearbeit, die zwei Bereiche könnten eigentlich  nicht unterschiedlicher sein oder?

Katharina Uebel: Das würde ich so gar nicht sagen, weil in meinem Studium (wie in jedem Studium) habe ich gelernt, wie man Probleme löst. Quellen untersuchen war immer das Wichtigste und das ist es im Journalismus ja auch.

 

look!: Und wie bist du dann von diesem Bereich zu den Blumen gekommen?

Katharina Uebel: Ich wollte mich selbstständig machen und habe lange überlegt womit. Mit Blumen verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen. Ich war als Jugendliche im Internat und immer wenn ich heimgekommen bin, waren frische Blumen für mich auf dem Tisch. Oder meine Großmutter hat mir immer zu Geburtstagen frische Blumenkränze für die Haare machen lassen. Das habe ich geliebt. Und genau das braucht man, wenn man in die Selbstständigkeit geht. Dieses schöne Gefühl, dass man jeden Tag etwas tut, das einem selbst und den Kunden Freude bereitet, bzw. ein gutes Gefühl gibt.

 

look!: Was gefällt dir an deinem jetzigen Job im Gegensatz zu deinen früheren Jobs?

Katharina Uebel: Genau das. Nämlich dieses gute Gefühl, die Welt mitzugestalten. Jemand hat einmal zu mir gesagt: „Wenn man ein Unternehmen gründet und führt muss es sich so anfühlen , als wär man verliebt.“ Und genau das beschreibt es für mich am besten. Es sind ständige Herausforderungen mit denen man konfrontiert ist, aber es ist wunderschön eigene Entscheidungen für seine Kunden und für seine Mitarbeiter zu treffen.

 

look!: Wieso der Name Rosalies Blumen?

Katharina Uebel: Ich wollte unbedingt einen Frauennamen. Der Name sollte aber auch die Blumensorten wie in diesem Fall Rose und Lilie enthalten und es ist auch der Spitzname der Mutter Gottes. Es war aber gar nicht so leicht einen geeigneten Namen zu finden.


look!: Du bist nun seit 4 Jahren selbstständig, das heißt, dich hat nach den ersten Jahren gleich die Corona-Krise getroffen. War das hart für dich oder hast du mit deinem Online-Handel eher davon profitiert?

Katharina Uebel: Als ich vor vier Jahren begonnen habe, war ich einer der wenigen Blumen-Onlineshops. Natürlich hatten viele Blumengeschäfte auch schon einen online Bestellservice, aber einen reinen Onlinehandel für Blumen gab es noch nicht so viele. Als Corona kam mussten wir für eine Woche schließen, weil die Lieferketten zusammengebrochen sind. Wir konnten dann aber wieder öffnen. Mit nur vier Sträußen im Sortiment, dafür aber alle Blumen aus Österreich. Die Herausforderung für uns war eigentlich die, dass von jetzt auf gleich viel mehr Aufträge reinkamen, aber durch den Lockdown der stationäre Handel geschlossen war. Also Blumen gab es nur im Internet. Doch wir haben das gemeistert und konnten jeden Auftrag ausführen, worauf wir, Team Rosalie, sehr stolz sind. Wir wachsen stetig weiter, vor kurzem hatten wir sogar unsere erste Lieferung nach Ungarn. Und mit den österreichischen Gärtnern arbeiten wir immer noch zusammen. 

 

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look!: Würdest du sagen, genau jetzt ist die richtige Zeit um sich selbstständig zu machen, um Neues auszuprobieren?

Katharina Uebel: Es ist immer die richtige Zeit! Es ist so eine unglaublich schöne Erfahrung, mit seinem eigenen Unternehmen die Welt zu verändern und ich glaube es ist für viele Bereiche und Branchen sehr wichtig innovativ zu bleiben. Es braucht neue Köpfe, neue Ideen für viele gesellschaftliche und politische Veränderungen.

 

look!: Die wenigstens Gründerinnen sind weiblich, wieso glaubst du ist das so?

Katharina Uebel: Die Problematik ist meiner Meinung nach unter anderem die fehlende Frauensolidarität. Sich gegenseitig unterstützen und helfen kommt unter Frauen eher selten vor. Es gibt dazu wenig Role Models an denen wir uns orientieren können. Dazu kommt dass Pläne auch Businesspläne manchmal nicht auf gehen, man quasi scheitert, dann ist man immer gleich der Loser. Das will natürlich keiner, vor allem Frauen sind da sehr vorsichtig. Das ist daher meines Erachtens einfach ein gesellschaftliches Problem. Dass man bei jeder unternehmerischen Aktivität viel lernt egal ob man Erfolg hat oder nicht wird wenig gesehen.

 

look!: Hättest du dich auch mit Kindern selbstständig gemacht?

Katharina Uebel: Natürlich kann man immer leicht reden, wenn man keine Kinder hat und ich habe keine.  Aber ich glaube, gerade mit Kindern ist die Selbstständigkeit ideal, weil man flexibler ist. Es kommt natürlich auf die Art der Selbstständigkeit an und auf sein unternehmerisches Umfeld. Aus meiner Erfahrung wäre es leicht möglich Kinder in meinen unternehmerischen Alltag zu integrieren. Zusätzlich bietet die Stadt Wien ein umfassendes Betreuungsangebot für Kinder an, das es einem eigentlich leicht möglich macht genug Zeit für sein Unternehmen zu haben. Noch ein Aspekt. Wichtig ist, dass man auch Abschalten kann, gerade wir jungen Gründer und Gründerinnen sind ja potentielle Selbstausbeuter und ich könnte mir vorstellen dass das Kindern sehr gut gelingt uns rauszuholen.

 

look!: Welchen Rat kannst würdest du Gründerinnen geben?

Katharina Uebel: Es ist eine wunderschöne und aufregende Reise und es ist eine Reise auf der man sich auch auf sein Bauchgefühl verlassen kann. Zahlenbasierte und rationale Abwägungen sind unerlässlich, aber manchmal braucht es Intuition. Wichtig ist keine Angst vor Fehlern und keine Angst vor dem Scheitern. Und liebt euer Produkt und liebt vor allem eure Kunden. Habt immer den Anspruch die Besten sein zu wollen.  Und falls ihr in einer Sackgasse steckt. Holt euch Rat.

 

Katharina Uebel: look!: Und zum Schluss noch: wo kann man Rosalies Blumen bestellen?

Über unsere Website: https://www.rosalies-blumen.at/. Wir stellen in Österreich Deutschland und Ungarn zu. Wir fahren täglich zum Markt bzw zum Gärtner kaufen die Blumen, binden und verpacken sie und liefern sie in einer stabilen Verpackung aus. Und neuerdings liefern wir sogar klimaneutral.