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People | 13.01.2021

Kategorie „Take care“: Doris Kiefhaber, Geschäftsführerin Österreichische Krebshilfe

Doris Kiefhaber ist unermüdlich im Einsatz für PatientInnen. Als Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe ist sie auch Herz und Hirn der „Pink Ribbon“-Aktion. 2020 initiierte sie das starke Buch „Mutmacherinnen“, in dem an Brustkrebs erkrankte Frauen ihre berührende Geschichte erzählen. (Kategoriepartner: Deloitte Österreich)

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„Mein Motto in der Corona-Zeit: Körperliche Distanz JA – soziale Distanz NEIN“

look!: Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung im Rahmen der „Women of the Year“-Gala?

Doris Kiefhaber: Ich freue mich sehr darüber, wiewohl ich sie stellvertretend für all meine KollegInnen annehme, die jedes Jahr rund 30.000 KrebspatientInnen und Angehörige betreuen, beraten und begleiten.

Was bedeutet „Take care“ für die Krebshilfe im Alltag?

Dass wir in allem, was wir sagen oder tun, darauf achten, PatientInnen und Angehörige einfühlsam und professionell zu begleiten, auf jede Situation, Ängste und Sorgen Antworten haben und professionell helfen.

Sie sind ständig mit Leid und Krankheit konfrontiert. Was ist das Erfüllende an Ihrem Beruf?

Jede und jeder von uns ist sich der großen Verantwortung bewusst, was es bedeutet, Menschen, die sich in einer schwierigen und schweren Phase ihres Lebens befinden, zu begleiten und zu unterstützen. Wir bekommen aber auch sehr viel von unseren KlientInnen zurück. Und das ist das Erfüllende.

Gibt es auch Situationen, die Sie sehr belasten?

Ich empfinde es immer als sehr traurig, wenn eine Krebserkrankung fortschreitet und sie nicht mehr kontrolliert und therapiert werden kann. Wenn PatientInnen und Angehörige die Hoffnung verlieren und das Unausweichliche immer näher rückt. Besonders dann brauchen Menschen professionelle Hilfe und Unterstützung. Solche Situationen und Gespräche bleiben auch bei uns nicht ohne nachhaltige Emotionen.

Was sind die ganz besonderen Herausforderungen für die Krebshilfe im Corona-Jahr?

Unsere PatientInnen sehnen sich einerseits nach Nähe mit ihren Liebsten und haben gleichzeitig COVID-19-bedingt Angst vor – körperlicher – Nähe. Das ist ein sehr belastender Zustand. Viele, besonders jene, die sich mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung und einer begrenzten Lebenszeit konfrontiert sehen, haben – im Gegensatz zu gesunden Menschen – keine Möglichkeit, ihre Pläne auf „später“ zu verschieben. Hier konkret und gut zu unterstützen, ist eine spezielle Herausforderung. Und natürlich ist die Corona-Pandemie auch finanziell für uns eine Herausforderung. Alle Charity-Veranstaltungen wurden gestrichen und auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung geht verständlicherweise zurück.

Ihr Motto in der Corona-Zeit?

Körperliche Distanz JA – soziale Distanz NEIN.

Wie entspannen Sie sich von Ihrem vor allem mental anstrengenden Job?

Meist komme ich gut damit zurecht. Wenn es zu viel wird, dann mach ich die Nacht zum Tag und bastle und dekoriere, räume und sortiere.