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People | 05.07.2019

Ziemlich beste Freunde

Freundschaften gibt es viele, die von Kathrin Glock und Schauspieler Rupert Everett ist aber eine ganz besondere. Für look! trafen sich die beiden im Glock Horse Performance Center zum Gipfel-Gespräch über Freundschaft, Familie und Tiere.

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SEELENVERWANDTE. Kathrin Glock vermittelte Rupert Everett die Liebe zu Tieren. Er dankt es ihr mit seiner Freundschaft. © GHPC/Studiohorst

look: Rupert, Sie sind – neben vielen anderen Freunden der Familie Glock – auch diesmal wieder zu Gast beim hochkarätigsten Pferdesport- und Entertainment-Event in Österreich, dem International Show Jumping im Glock Horse Performance Center (GHPC). Wie haben Sie die Gastgeberin Kathrin Glock kennengelernt und wie würden Sie sie mit Ihren Worten beschreiben?

Rupert Everett: Oh, Kathrin ist eine der eindrucksvollsten Frauen, die ich kenne! Ich habe sie als Gast vor einigen Jahren hier kennengelernt, mittlerweile hat sich eine Freundschaft zwischen uns entwickelt. Kathrin und ihren Mann Gaston kann ich mit einer Bezeichnung zusammenfassen: Outstanding! Wir brauchen mehr Kathrins und mehr Gastons auf der Welt! Ich bewundere Kathrin, weil sie nicht nur eine großartige Gastgeberin und eine liebevolle Ehefrau ist, sondern auch einen liebenswerten, offenen und ehrlichen Charakter hat. Und die Art und Weise, wie sie sich für den Tierschutz einsetzt, ringt mir großen Respekt ab. Ihr Engagement ist aufrichtig, weil sie nicht nur redet, sondern Konkretes tut. Sie hilft dort, wo es nötig ist. Ich darf ehrlich sagen: Wenn man hier, so wie ich, zu Gast sein darf, fühlt man sich rundum geborgen und um­sorgt. Man kann sich gut vorstellen, wie es ist, wenn man als Tier in Kathrins Nähe kommt ... (lacht)

Frau Glock, das waren jetzt eine Menge Komplimente! Wie würden Sie Rupert Everett beschreiben? Beziehungsweise, was macht ihn in Ihren Augen besonders?

Kathrin Glock: Dazu kann ich nur erwidern: Wir brauchen mehr Ruperts auf dieser Welt! (Lacht herzlich) Seit unserer ersten Begegnung begeistern mich sein riesengroßes Herz und seine positive Lebenseinstellung. Er sieht in allem etwas Gutes, und das ist tatsächlich eine große Kunst in Zeiten wie diesen. Außerdem ist Rupert ein großar­tiger Schauspieler – auf der Leinwand wie auch auf der Bühne. Sein Wesen und seine Kreativität sind beeindruckend!

Rupert, Sie und Kathrin setzen sich beide für den Tierschutz ein, Kathrin schon seit Langem, Sie erst in den letzten Jahren. Was hat Sie persönlich zu diesem Engagement bewogen?

Everett: Um ganz ehrlich zu sein, war es Kathrin Glock und ihre wertschätzende Art, mit Tieren umzugehen. Und zwar mit allen! Auch mit den ganz kleinen (lacht).

Glock: Ja ich liebe wirklich alle Tiere! Ob groß, ob klein oder stachelig (lacht). Sie alle liegen mir am Herzen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sich nicht verstellen. Schon Sigmund Freud sagte: Tiere sind immer richtig. 

"Rupert, es musste ja nur mehr der Funke der Tierliebe zu dir überspringen" ... Kathrin Glock zu Rupert Everett

Rupert, Kathrin, Sie sind beide überzeugte Aiderbichler. Wie kam es dazu?

Everett: Kathrin hat mich mit Michael Aufhauser, seinem Partner Dieter und Gut Aiderbichl in Kontakt gebracht, einen Ort wie diesen kannte ich bisher nicht. Dieser Platz ist magisch! Ein Gnadenhof der besonderen Art, der nicht nur für die Schwächsten da ist, sondern auch bewirkt, dass man für diese schwachen Individuen mehr Verständnis aufbringt. Für mich war mein erster Besuch dort eine Sensation und gleichzeitg hat es mich beschämt, nicht früher Teil dieser Gemeinschaft gewesen zu sein. Im Vergleich zu dem, was auf Gut Aiderbichl passiert, ist mein Beitrag für den Tierschutz nur sehr klein. Kathrin hat das Bewusstsein für Tierschutz in mir geweckt, denn sie sieht Tiere nicht als Tiere, sondern als Individuen mit Herz und Seele. Ohne sie wäre ich heute nur ein ganz normaler Mann, der einen Hund daheim hat (lacht).

Glock: Rupert, da muss ich dir widersprechen! Du bist ein so tierlieber Mensch und schätzt grundsätzlich alle Lebewesen. Es musste ja nur mehr der Funke zu dir überspringen. Ich freue mich sehr, dass du jetzt auch überzeugter Aiderbichler bist. Ich selbst bin es schon seit vielen Jahren. Schon lange
bevor ich meinen Mann kennenlernte. Michael Aufhauser hat hier Großes geschaffen und Dieter Ehrengruber leistet hier gemeinsam mit seinem Team beeindruckende Tierschutzarbeit. Das unterstütze ich von ganzem Herzen.

Ihr trefft euch ja zusätzlich einmal im Jahr in Henndorf zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes auf Gut Aiderbichl und mit euch kommen auch viele inter­nationale Gäste. Wer initiiert diese Treffen?

Glock: Das ist meine persönliche Herzensangelegenheit, um international auf die wertvolle Tierschutzarbeit von Gut Aiderbichl aufmerksam zu machen. Es begleiten mich auch immer wieder meine Freundinnen Naomi Campbell, Kate Moss und Kristin Davis. Dieter Bohlen war schon mehrmals dabei. Und Rupert fehlt nie! Wir ziehen hier alle an einem Strang für den Schutz aller Tiere.

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THAT'S WHAT FRIENDS ARE FOR. Kathrin Glock und Schauspieler Rupert Everett beim lockeren Talk im GHPC. Die beiden verbindet auch der Humor. © GHPC/Studiohorst

Sie beide kommen aus unterschiedlichen Welten, haben aber einen gemeinsamen Nenner: Es kommt oft anders, als man denkt. Rupert, Sie sind in einem Haushalt mit strengen Regeln aufgewachsen, haben rebelliert und eine Künstlerlaufbahn eingeschlagen...

Everett: Oh ja, ich bin der Sohn eines Offiziers, mit allen Vor- und Nachteilen (lacht). Ich komme aus einer, sagen wir, sehr disziplinierten Familie, wo die Traditionen hochgehalten wurden, und war alles andere als ein angepasster Sohn. Ich wurde in einem britischen Benediktiner-Internat erzogen, allerdings habe ich die Schule mit 15 Jahren geschmissen bzw. ich wurde rausgeschmissen (lacht). Dann ging ich nach London, um Schauspieler zu werden, das hat ja dann auch irgendwie geklappt. In den konservativen Kreisen, aus denen ich komme, war das eine Sensation, ich war der Rebell, der alles auf den Kopf gestellt hat. Meine Eltern waren für mich schon immer wie aus einer anderen Welt und ich für sie natürlich auch. Auch heute ist unser Verhältnis noch immer nicht konfliktfrei, aber wir verstehen uns. Wir sind selten einer Meinung, aber wir sind Freunde, auf das bin ich stolz. Mit meiner Mutter wohne ich sogar unter einem Dach. Und es klappt hervorragend.

Auch bei Ihnen kam es anders, als man denkt. Frau Glock, ein typisches „Kärntner Mädel“, ist heute erfolgreiche Businessfrau und Gastgeberin des an Stargästen reichsten Events weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Wie sah Ihre rebellische Phase aus?

Glock: Ich habe meinen Mann in sehr jungen Jahren kennengelernt. Da war ich gerade mal 23 Jahre alt. Daher hatte ich gar keine Zeit für eine rebellische Phase (lacht). Aber dafür konnte ich schon sehr früh und nunmehr seit 15 Jahren die Möglichkeit nutzen, von meinem Mann die wichtigen Dinge für das toughe Business von der Pike auf zu lernen. Heute stehe ich nach einer sehr harten Schule als eine der wenigen Frauen an der Spitze eines Waffenkonzerns im Aufsichtsrat.

Rupert, was bedeutet Familie für Sie und können Freunde Familie ersetzen?

Everett: Ja, unbedingt. Besonders in der Gay-Community und in Künstler-Kreisen ist das oft der Fall. Viele
Homosexuelle meiner Generation – und ich werde ja demnächst sechzig – haben ihren Familien den Rücken gekehrt, weil die Familie ihr Leben nicht akzeptiert hat. Auch in meinem Fall war das ein langer und problematischer Weg, aber jetzt fühle ich mich eingebettet in eine große Familie. Und dazu zählen meine echte Familie, also meine Mutter und mein Partner, und meine Freunde. Je älter wir alle werden, desto besser verstehen wir uns. Das Alter macht anscheinend wirklich milde (lacht).

"Meine Devise lautet: Alles ist möglich." - Kathrin Glock

Kathrin, wie sehen Sie das? Können Freunde Familie ersetzen? Was bedeutet Familie für Sie?

Glock: Freunde können auf jeden Fall ein wichtiger Teil der Familie werden. Davon bin ich fest überzeugt. Rupert gehört auf jeden Fall dazu (lacht herzlich). Familie bedeutet für mich in erster Linie Vertrauen und Geborgenheit. Jedoch lediglich ein Verwandtschaftsverhältnis zu haben, bedeutet nicht immer Teil einer Familie zu sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, wenn sich Familienmitglieder abwenden oder gar gegen Dich vorgehen. Davor muss man sich schützen. Mehr möchte ich dazu derzeit nicht sagen. Aber ich werde diesen Hass, der gegen meinen Mann und mich gerichtet ist, sicher in meinem geplanten Buchprojekt aufarbeiten können.

Ein Buchprojekt setzt viel Kreativität voraus und Sie sind beide kreative Menschen. Was sind Ihre Lieblingsprojekte bzw. was macht Ihnen am meisten Freude?

Glock: Kreativität ist einfach wunderbar. Meine Devise lautet: Alles ist möglich! Gerade hier bei den Turnieren im GHPC Austria kann ich das besonders gut umsetzen. Wie bereits gesagt, ist auch ein neues Projekt in der Pipeline. Dafür nehme ich mir im nächsten Jahr auch eine kreative Auszeit. Es ist mein ganz persönliches Buchprojekt über das Leben an der Seite meines Mannes Gaston. Daher wird es im Februar 2020 erstmals kein Turnier im GHPC Austria geben, um dieses Herzensprojekt auch umsetzen zu können. Aber auf das Event im Juni 2020 können sich Spitzensportler und Besucher schon jetzt freuen. Es wird viel Neues zu sehen geben!

Everett: Auch bei mir steht ein aufregendes Projekt ins Haus, ich führe diesen Sommer zum ersten Mal bei einem Theaterstück Regie. Onkel Wanja von Pavlovic Cechov, Premiere ist am 24. Juli in Bath. Ein Sommertheater! Mit mir als Regisseur und Hauptdarsteller!

Wenn Sie beide einen großen Wunsch frei hätten, wie würde der lauten?

Everett: Dass ich als Regisseur bei meiner Theater-Premiere nicht ausge­pfiffen werde (lacht). Nein, so schlimm wird es nicht, aber ich wünsche mir natürlich, dass dieses Stück beim Publikum ein großer Erfolg wird!

Glock: Das wird es sicher und ich wünsche es Rupert auch von ganzem Herzen! Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir alle gemeinsam gegen die Zerstörung der einzigartigen Fauna und Flora dieser Erde kämpfen. Jeder Einzelne von uns kann dazu einen wert­vollen Beitrag leisten. Wir müssen es nur tun!